Tachschön,
heute gibts Geschichten aus der gefluteten Wüste.
Am letzten Dienstag hatte ich einen Termin mit einem Arbeitsvermittler für Bergbaugeologen.
Er fand mich toll und enthusiastisch und sagte er versucht mich noch mit in das Flugzeug zu bekommen das am Mittwoch zu einem Tagebau ca. 1000km nordöstlich von Perth fliegt. Ich weiß nicht wie, aber er hat es tatsächlich geschafft mir innerhalb von 4h ein Flugticket und die Einwilligung der Verantwortlichen da oben zu besorgen. Also bin ich dann, zusammen mit meinen 3 Mitbewerbern nach Newman geflogen und von dort aus nochmal 2-3h mit dem Bus nach Coobina. So heißt der Tagebau, es wird Chromit gefördert und das ist die einzige Chromitmine in ganz Australien. Wir waren dort eingeladen zu einer Art Vorstellungsgespräch, aber eigentlich haben wir uns nur alles angeguckt und das Leben dort kennengelernt. Eine meiner Mitbewerberinnen ist Australierin und hat schon mal ein Praktikum in einer Mine gemacht. Sie ist also etwas besser qualifiziert als der Rest von uns, aber sie ist, ich sags mal so, nicht die schlankeste. Ich weiß aber nicht auf welcher Basis die nun letzendlich entscheiden, aber es gibt dann wohl auch noch einen medizinischen Test ob man für die Arbeit dort wirklich geegnet ist, und vielleicht ist ja Übergewicht ein Problem, das würde meine Chancen natürlich erhöhen. Aber ich will mal nicht so sein, sie hat einen ganz guten Eindruck gemacht und ich kann mir Vorstellen das sie einen Job bekommt. Es werden 2 von uns eingestellt werden, also hab ich dann auch noch ne Chance.
Das andere Mädel ist aus Nigeria und sie war meiner Meinung nach zu leise und zurückhaltend. Wenn man dort arbeitet muss man sich durchsetzen können und über Walkie Talkie immer sagen wo man gerade langfährt sonst wird man übern Haufen gefahren von den großen Trucks. Und wenn man da was ins Mikro wispert ist der Job möglicherweise vorbei bevor er begonnen hat. Ja das war jetzt auch wieder böse ich weiß.
Naja, der Dritte war ein Typ aus Schottland, ziemlich jung und total arrogant und naja, ein blöder Idiot is noch nett gesagt. Grusel...was fürn Typ. "Ich hab dies...ich hab das... oh das is ja gaaanz toll und bla bla bla": Hauptsache reden, das haben ihm bestimmt seine 5 Geologen-Mitbewohner geraten, welche schon Jobs in den Minen haben. Klar sollte man Fragen stellen und so weiter, aber reden nur ums Reden willen? Ich sag immer die Taten zählen, Worte sind erstmal nur heiße Luft. Falls sie den einstellen werden sie das ganz schnell rauskriegen. Aber ich hoffe mal inständig das sie ihn durchschaut haben. Als er mitbekommen hat was er so ungefähr verdienen wird hat er nurnoch vom Geld geredet und das er dann mehr bekommt als seine Professoren und daß er das denen dann unbedingt auf die Nase binden muss... manno, was fürn A....!
Nagut, ich hab versucht eher intelligente Fragen zu stellen, und hab mich gleich sehr wohl gefühlt im Sozialgefüge Tagebau. Die Unterkünfte sind einfach aber ok, Essen auch. Leute sind sehr freundlich, offen und hilfsbereit, es gibt Billard, Kicker und Dart und ein kleines Fitnessstudio.
Die Geologie ist wahnsinnig spannend, alles gefaltet und gestört, verschoben, alteriert, ein Paradies für Strukturgeologen. Kurz: ich hatte tolle 2 Tage.
Eigentlich sollten wir nur einen Tag dort sein, aber ein Zyklon hat malwieder seinen Weg nach Australien gefunden und soviel Regen mitgebracht das die Straßen nicht befahrbar waren für den Reisebus der die Leute vom und zum Flughafen fährt. Mir hat das nix ausgemacht, ich wäre auch noch länger geblieben. Der Dicken war das Kissen zu hart, ich frag mich was sie macht wenn sie 'nen Felsen hochklettern muss bei 50°C, die andere wollte lieber wieder in ihrem Bett schlafen und der blöde Typ war am Ende nur froh wieder "zu Hause" zu sein. Am Montag geben sie uns Bescheid, also drückt mir die Daumen, ich will den Job wirklich sehr gerne machen.
Ok, hier dann mal ein paar Eindrücke von Australia down under water:
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| das camp |
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| ums camp, vogel im busch |
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| startpunkt |
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| grader...macht die wege plan |
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| hier wird momentan abgebaut und sie da guckt wo jetzt das erz ist und welche qualität |
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| ich saß im dritten, die warten auf die ladung und je nachdem was sie bekommen gehts zur halde oder zur weiteren aufbereitung |
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| meine mitbewerber und der senior geologe |
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| gegend vom bus aus |
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| sonst trockene flussbetten |
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| hier auch |
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| vom flugzeug aus |
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| das auch, vermutlich versalzte seen |
Ok, hier noch ein Zusatz für alle Besorgten (Oma schrieb gerade eine besorgte Mail mit ein paar Fragen):
Es regnet nicht oft, soviel hats wohl seit vielen Jahren nicht geregnet. Sonst ists dann eben 40°C auch nachts nicht kühler und in den Pits selbst auch gern mal 50°C wegen dem dunklen Gestein. Man bekommt alles gestellt, Klamotten, Sonnenschutz (Hut/Helm und Brillen) Essen (das ist auch noch wirklich gut, es gab Lammsteak und morgens dreierlei Eier...was will ich mehr), Trinken, Bettzeug und so. Bier muss man kaufen, 0.33 kost 2.50$ also billich im Vergleich zu Perth. Samstag ist Barbecuetag. Die Räume sind klimatisiert, die Kantine so sehr das ich mit Pullover da rein musste. Es gibt Internet und Telefon, Handyempfang ist schwierig.
Es regnet nicht oft, soviel hats wohl seit vielen Jahren nicht geregnet. Sonst ists dann eben 40°C auch nachts nicht kühler und in den Pits selbst auch gern mal 50°C wegen dem dunklen Gestein. Man bekommt alles gestellt, Klamotten, Sonnenschutz (Hut/Helm und Brillen) Essen (das ist auch noch wirklich gut, es gab Lammsteak und morgens dreierlei Eier...was will ich mehr), Trinken, Bettzeug und so. Bier muss man kaufen, 0.33 kost 2.50$ also billich im Vergleich zu Perth. Samstag ist Barbecuetag. Die Räume sind klimatisiert, die Kantine so sehr das ich mit Pullover da rein musste. Es gibt Internet und Telefon, Handyempfang ist schwierig.
Man arbeitet im Schichtbetrieb, das heißt entweder 8Tage dort dann 6Tage frei oder 2 Wochen dort und 1 Woche frei. Ich weiß noch nicht was mir besser liegt, vermute mal die längere Schicht. Man wird dann auch dementsprechend bezahlt.












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